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So klingt also Kunst...

Schülerinnen und Schüler der Realschule Frommern verpassen Bildern und Skulpturen den passenden Sound 

Zu begeisterten „Soundspionen“ wurden am vergangenen Montag, 18.05.2015 die Schülerinnen und Schüler der 9er-Klassen der Realschule Frommern. Bei dem Workshop „Soundtracking Kunst“ begaben sie sich in der Mediothek des Schulzentrums auf die Suche nach all jenem, was ein Bild, eine Skulptur „sagt“ beziehungsweise, was das Dargestellte sagen könnte – wenn es oder sie denn „könnte“!

Holmer Ehrenhauss, Kommunikationsdesigner und Illustrator aus Hamburg und Leiter des Workshops, brachte die rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die dafür notwendige „Sound-Spur“: „Ganz wichtig ist das genaue Hinsehen und auch das Hinhören. Was löst das Bild in euch aus, wie spricht es zu euch?“, sensibilisiert er die Jugendlichen für das erste Kunstwerk: Pablo Picassos „Büste einer Frau und Selbstbildnis“.

Soundtracks zu einem Bild zu schreiben, das bedeutet auch, die Stimmung und die „Stimme“ des Dargestellten einzufangen: Konzentrieren, Einfühlen, Nachahmen, also die Szene nachstellen, Fantasieren, also den passenden Text zum Bild ersinnen, und schließlich das Vorstellen, das Sichtbar-Werden-Lassen des Klangs in Form einer entsprechenden „Typo“, Typografie, also Schrift.

 

Dazu baute Ehrenhauss den bislang vorhandenen Erfahrungsschatz der Schülerinnen und Schüler in Sachen Gestaltungsvarianten von Schrift aus. Franz Marcs „gelbe Kuh“ muhte da auf einmal nicht mehr „schreibschrift-leise“ und in Schriftgröße zehn, sondern schnaubte da plötzlich ihr „Muuuuuh“ in großen, dicken Lettern direkt aus den Nasenlöchern – Wer es sah, konnte es hören.

Bei diesem Soundtrack-Nachmittag wurden aber nicht nur Geräusche laut, auch die lustigen, ironischen, derben, provokanten, kritischen, hintersinnigen und leisen Töne packten die Schülerinnen und Schüler in ihre „Bildsprache“. „Indem wir das Bild „soundtracken“, verleihen wir im Prinzip der Farbe im Bild Klang durch die entsprechende Typografie. Das ist schon deshalb interessant und spannend, weil es den Schülerinnen und Schülern einen völlig neuen, individuellen Zugang zur Bildbetrachtung ermöglicht. Bisher haben wir Fragen ans Bild gestellt, um uns einem Bild zu nähern, jetzt lassen wir das Bild sprechen. Das ist ein Perspektivwechsel, der Spaß macht und zudem interessante Ergebnisse hervorbringt, mit denen man weiterarbeiten kann hin zur klassischen Bildbetrachtung,“ sagt Kunstlehrerin Kathrin Dreher.

Entstanden sind die Idee zum Kunst-Workshop und der Kontakt zu Holmer Ehrenhauss über das Regierungspräsidium Tübingen und das Schulamt Albstadt. „Wir wollen unseren Schülerinnen und Schülern gerne jede Möglichkeit bieten, über den Tellerrand der Schule hinauszuschauen und Neues kennenzulernen, sei es im sportlich-gesundheitlichen Bereich oder wie heute im künstlerischen. Es ist wichtig, solche Mehrwert-Veranstaltungen an die Schule zu holen, da sie den Schulalltag bunter machen und den Horizont von Schülern und Lehrern erweitern“, macht Konrektorin Sandra Ade-Heiner deutlich und auch Mediotheksleiterin Ingrid Mispelhorn sieht viel Potenzial in dieser Art „Schularbeit“: „Das war toll, wie engagiert die Schüler bei der Sache waren!“

In den nächsten Wochen wollen sich die „Soundtracker“ im Kunstunterricht die Kunst- und Bauwerke in Frommern und Umgebung vornehmen.